
Der Große Pfauen-Kugelsternhaufen NGC 6752 leuchtet im südlichen Sternbild Pfau. Über 100.000 Sterne vor weit über 11 Milliarden Jahren entstanden. Außen stechen heiße Sterne als nadelstichfeine blaue-weiße Punkte heraus, Richtung Zentrum dominiert ein Kern gelb-weißer Sterne. Warum ist das so?
Schwere, gelbe, sogenannte Rote Riesensterne verlieren bei nahen Begegnungen mit anderen Sternen kinetische Energie und driften im Laufe der Jahrmilliarden ins Zentrum des Haufens. Die Energie gewinnen die leichteren, blau-weißen Sterne und werden so regelrecht nach außen gestoßen. Wer ganz genau hinsieht, entdeckt auch im Zentrum vereinzelte, extrem hellblaue Punkte. Dabei handelt es sich um Blaue Nachzügler (Blue Stragglers). Sterne, die durch Zusammenstöße zu einem schwereren Stern verschmolzen und, da nun schwerer, ebenfalls ins innerste Zentrum gesunken sind. Zusätzlich kommt hinzu, dass die gelben Roten Riesen eine gigantische Leuchtkraft besitzen und so die kleineren blauen Sterne schlichtweg überstrahlen.
Die ganz hellen, großen Sterne mit den ausgeprägten Strahlenkreuzen (wie der helle blaue Stern links unterhalb des Kerns) sind meist Vordergrundsterne in unserer Milchstraße. Sie befinden sich zufällig genau in unserer Sichtlinie, sind uns aber in Wirklichkeit näher als der Kugelsternhaufen im Hintergrund.
